Christentum vorleben und Vernunft walten lassen

Bote vom Untersee vom

Volkshochschule sowie die beiden Kirchgemeinden Steckborns organisierten Vortrag über Okkultismus

 

(kf) Aus aktuellem Anlass, «Halloween», präsentierten am vergangenen Donnerstag die beiden Steckborner Kirchgemeinden zusammen mit der Volkshochschule Steckborn in der Schulanlage Hub einen spannenden Vortrag mit Georg Schmid von der Evangelischen Informationsstelle «Kirchen – Sekten – Religionen». Vor gut 50 Besucherinnen und Besuchern stellte der aus Chur stammende Referent gleich zu Beginn die Glaubensfrage zur Kraft, welche eine Geheimwissenschaft dank übersinnlichen Erscheinungen bringen soll und erklärte die Vorgänge anhand des Wirkens der Hexen.

Hexen können weiblich oder männlich sein

Vor allem jüngere Leute liessen sich heute von Hexengruppen leiten und investierten grosse Teile ihrer Zeit in die gängigen Rituale, wodurch kaum mehr Platz für das übrige Leben bleibe, so der Referent. Teilweise sehr stimmgewaltig und mit eindrücklichen Bildern ging er auf die Feiern zum Samhain-Fest ein, das mit vielen Symbolen, so etwa mit schwarzen Kleidern oder dem Pentagramm, begangen wird. Wichtig seien in der Gruppe, die maximal 13 Personen umfassen soll, ein magischer Kreis, ein Altar mit Symbolfiguren, Weihrauch, schwarze Magie, Hohepriester, Vollmondritual, Geschlechtsverkehr und ums Feuer tanzen. Mit den vielen heutigen Zugängen zum Hexenkult, die im Internet angeboten würden, kämen auch immer mehr Alleinfeiern bei Vollmond zum Zuge.

In allen Details zeigte Georg Schmid manche, teils sehr makabre, Kulthandlungen auf, so etwa die Aufnahme in den Kreis, die Auswahl der Mittel und deren Farben, die es zu einer Beschwörung braucht, die Anwendung von Rosenöl und Kupferringen, die Bestrafung mit 21 Peitschenschlägen oder die Wirkung eines Zaubers über 21 Tage. Den Anwesenden wurde es nach all den Darlegungen bald klar, dass es für die betroffenen Einzelpersonen schwierig sein kann, sich beispielsweise von einem aus der Hexerei entstandenen Verfolgungswahn selbständig zu lösen und daher in vielen Fällen Hilfestellung von aussen notwendig sein dürfte.

Unter diesen Bezeichnungen ging es mit Georg Schmid weiter zu sonderbaren Ritualen, wie sie etwa beim Voodoo-Kult Anwendung finden. Dazu zeigte er an Hand einer Voodoo-Puppe die entsprechenden Nadelstiche, deren Wirkungen jedoch nicht nachweisbar gewesen seien. Beim Vampirismus gehe es um das Übertragen der Lebensenergie eines Menschen durch aussaugen aus dem Körper und beim Satanismus komme es manchmal zu Vandalismus und Satansanrufen auf dem Friedhof. Gemäss einer Reihe von Beispielen aus seiner Beratertätigkeit sind es vielfach junge Leute, die sich aus Protest an solchen Ritualen beteiligen, schwarze Kleider tragen und so ihre Vorstellung, «Ich bin dagegen» in der Gesellschaft ausleben. Zur Frage, wo liegen die Gefahren bei solchen Vorkommnissen und wie kann man Menschen helfen, die wegen Okkultismus Probleme haben, brachte Schmid die Empfehlungen, bei Krisensituationen unser Christentum vorleben und Vernunft walten lassen. Mit einer Fragerunde und ergänzenden Voten aus dem Publikum wurde der Abend mit dem sehr informativen Vortrag beendet.

Termine

Mittwoch, 13. November 2019, 09:30 Uhr

Seniorenkaffee im Kirchgemeindehaus

Mittwoch, 13. November 2019, 14:30 Uhr

Seniorennachmittag im katholischen Pfarreisaal

Unterhaltung mit Zaubereien von Pacifico Rodriguez
Freitag, 15. November 2019, 09:30 Uhr

Andacht im Altersheim

Pfrn. Sabine Gäumann
Freitag, 15. November 2019, 17:00 Uhr

Jugendgottesdienst-Projekt mit Film