«Kirchenschiff - bitte einsteigen»

Bote vom Untersee vom

Kirchgemeinden am Untersee und Evangelische Freikirche Chrischona Stein luden auf das URh-Schiff Arenenberg ein

(kti) Die Kirchgemeinden am Untersee und die Evangelische Freikirche Chrischona Stein am Rhein luden am Sonntagabend zur Gratis-Schifffahrt. Rund 170 Personen genossen die URh-Schifffahrt mit ökumenisch gestaltetem Gottesdienst. «Kirchenschiff - bitte einsteigen» lautete die freundliche Aufforderung der MS-Arenenberg-Crew an den Landestellen Berlingen, Gaienhofen, Steckborn, Mammern und Stein am Rhein. Team-Leiter Dekan Arno Stöckle (evangelische Kirchgemeinden Mammern und Wagenhausen), Gemeindeleiter Thomas Mauchle (katholisch Steckborn, Gündelhart und Pfyn) und Prediger Daniel Schenker (Chrischona Stein am Rhein), und die Vertreter der Schaffhauser Kirchgemeinden Burg und Stein am Rhein/Hemishofen zeigten sich erfreut, dass die unterschiedlichsten Glaubensgewissheiten sich gemeinsam auf dem URh­Schiff Arenenberg eingefunden haben. Das Kirchenschiff bietet Platz für maximal 500 Passagiere, am Sonntagabend kamen rund 170.

 

Gottesdienst auf dem See feiern

Die Stimmung war heiter, die Natur bezaubernd. Der theologischen Crew war es in ihren Betrachtungen darum zu tun, den Standort des Menschen in seinem Selbstverständnis und in seiner Beziehung zur unmittelbaren Umwelt, den Menschen in Not auf dem Mittelmeer und ohne Lebensperspektive, der Glaubenswahrheit, das unterschiedliche Leben und die Vernunft ins richtige Licht zu setzen. Musikalisch setzten Christina Wallau (Piano), Susana Gutierrez und Helga Honess (Violine), Arno Stöckle (Frenchhorn) und Andreas Meier (Saxofon) sensible Akzente. «Ist das Oberdeck noch da»? Auf diese Frage bekam Dekan Stöckle keine Antwort. Der Lautsprecher streikte. «Bei der Probe hat es noch funktioniert», betonte der Dekan. Doch was soll es schon. Die Passagiere vom Oberdeck kamen hinzu in den Salon mit der elegant-dekorativen goldenen Decke. Die Gäste rückten näher zusammen. Zusammenrücken zwischen der Schweiz und der Höri, das freute Ilona Schumacher von der Kirchgemeinde Gaienhofen und Erika Schädle aus Öhningen. Feriengäste aus Osnabrück mit Kindern, weitere aus Australien und aus Washington nutzten spontan das Angebot. Durch die Schifffahrt fühle man sich freier, ist zu hören. «Gottesdienst auf dem See feiern ist etwas Besonderes, sehr schön und speziell», freut sich Erika Thaler, Mutter des URh-Kapitäns Urs Thaler, aus Berlingen. Steckborns Stadtpräsident Roger Forrer: «Mir bedeutet der Glaube sehr viel. Er hat mir in der guten wie auch in der schwierigen Zeit immer sehr viel bedeutet und geholfen. Die Besucherinnen und Besucher des Gottesdienstschiffes ticken alle ähnlich. Deshalb gibt es immer auch sehr gute Gespräche auf diesem Schiff und der Gottesdienst ist einfach jedes Mal einzigartig.»

Wie es geht, Glaubensgewissheiten auf dem See erspüren, dies wurde auf dem Kirchenschiff vor Augen geführt. «Gottesdienst auf dem Wasser, das ist wirklich etwas Besonderes», war immer wieder zu hören. Nach gemeinsamen Gebeten und Gesang blieb noch Zeit für Gespräche. Wer wollte, durfte einen Zustupf an die Unkosten und als Hilfe für Menschen in Not geben. Mitfinanziert wurde das Kirchenschiff von der Evangelischen Landeskirche Thurgau und den beteiligten Kirchgemeinden. Wäre doch prima, wenn man auch ohne Anmeldung mitkommen konnte, meinte eine Seeanwohnerin.