Lachen macht Freude

Bote vom Untersee vom

Erster ökumenischer Seniorennachmittag in diesem Herbst in Steckborn

(heh) Trotz Prachtwetter füllt sich der Saal der katholischen Kirchgemeinde Steckborn schon früh. Die Seniorinnen und Senioren geniessen Kaffee, Tee und Cremerolle, plaudern, diskutieren die Tischdekoration, die mit Holz, Äpfeln, Flechten und Föhrenzapfen «wunderschön und so richtig herbstlich» sei, bis der in St. Gallen als Pfarrer tätig gewesene Alfons Sonderegger sie mit seinem Programm erfreut. Er sei kein Profi, aber er denke, Freude und Fröhlichkeit passe besser zum christlichen Leben als Trübsal, denn, wie einmal ein alter Herr dem Pfarrer auf die Frage, ob er denn auch ans Sterben denke, geantwortet habe: «Natürlich und ich bin sicher, ich werde auch das Überleben.» Es sei doch oft viel besser, sich nicht zu ärgern, sondern zu lachen, auch über sich selbst.

Und während einer Stunde illustriert er seine als Dias gezeigten Naturbilder mit Witzen und Anekdoten, nimmt auch sich und seinen Berufsstand aufs Korn. Wie hoch denn das Matterhorn sei, habe ein Lehrer gefragt. 5500 Meter, habe ein Bub gemeint. Das sei doch etwas gar gut gemeint, so hoch sei der Berg nicht. Doch, so der Bub, das Matterhorn reiche noch ein ganzes Stück in den Boden. Oder Papst Johannes XXIII. sei gefragt worden, wie viele Leute denn im Vatikan arbeiteten. Die Hälfte, habe der trocken gemeint. Aber auch: Gott erstaune ihn. Jetzt habe Gott doch immer gewusst, dass er einmal Papst werde und habe ihm trotzdem kein hübsches Gesicht gegeben. Oder ein starker Stotterer habe äusserst erfolgreich Bibeln verkauft, worüber sich der Pfarrer gewundert habe. Das sei kein Problem, meinte der Stotterer, «ich frage jeweils: Wollen Sie die Bibel kaufen oder soll ich sie Ihnen vorlesen?» Oder im bauchrednerischen Dialog mit seiner neunjährigen Hasenpuppe Lino: «Ich müsste 10 Jahre alt sein, wenn mein Vater nicht so schüchtern wäre.» Und Lino ist Überzeugt: «Adam war sicher kein Thurgauer. Er hatte den Apfel nicht gegessen sondern gemostet.» Und wäre noch im Paradies? Für einen Pfarrer erzähle er gute Witze, ist die einhellige Meinung am Tisch. Schade, dass man sie so schnell wieder vergesse.

Für den ersten ökumenischen Seniorennachmittag dieser Saison hat das Vorbereitungsteam der Evangelischen und Katholischen Kirchgemeinde sowie der Pro Senectute den Geschmack der anwesenden Seniorinnen und Senioren getroffen. Mit ihrem Jang anhaltenden Klatschen mochten sie den bauchredenden und Witze erzählenden Alfons Sonderegger zu einem «Encore» Überreden, am liebsten, so eine Zuschauerin, zu einem Jodel. Leider, bedauert der pensionierte Pfarrer, könne er nicht jodeln, wisse aber, wer diese Gesangsform erfunden habe. «Wer hat das Zahnrad erfunden? - Das war der Meier. - Und weiss jemand, wer das Jodeln erfunden hat? - Auch der Meier. Bei der Arbeit.»

Termine

Sonntag, 16. August 2020, 09:45 Uhr

Gottesdienst in der Kirche

„Wir brauchen Erinnerungsstücke“ (Jos 4, 1-9). Pfr. Andreas Gäumann, Kirchenmusiker Martin Schweingruber, Kollekte: Hospizdienst Thurgau
Montag, 17. August 2020, 20:00 Uhr

Chorprobe in der Kirche

Dienstag, 18. August 2020, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Dienstag, 18. August 2020, 12:00 Uhr

Mittagessen für Senioren im Kirchgemeindehaus

Voranmeldung bei Marianna Rietiker, 079 533 22 58