Nicht nur Steckborner-Ofen auf der Reichenau

Bote vom Untersee vom

Gelungener Ausflug vom Chor der evangelischen Kirchgemeinde Steckborn auf die Reichenau

(pd/ms) Nicht nur wenn Engel reisen, lacht die Sonne, auch beim Chor der evangelischen Kirchgemeinde Steckborn lachte die Sonne. Am letzten Samstagmorgen trafen sich 26 Chormit­glieder auf der Stedi in Steckborn und bestiegen die «MS Napoleon», welche die muntere Schar zur Reichenau schaukelte. Seit 2000 ist die Insel im Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen und dies zurecht, wie wir feststellen durften. Beim Nordhafen angelegt hiess es dann nach einer Begrüssung von Peter, unserem Reiseorganisator, «alles mir nach, es geht zum Münster». Damit auch alle beim Münster ankamen, dafür hatte Peter vorsorglich seine Frau Christel mit der Aufgabe betraut, als letzte der Gruppe alle wohlbehalten ans Ziel zu bringen. Die vom Münsterführer Koos mit interessanten und mit humorvollen Zwischenbemerkungen gespickte Führung brachte viel Wissenswertes. Das Kloster war zu seiner Blütezeit eine Art Kaderschmiede und so gingen etliche Könige und Wissenschaftler daraus hervor. Das besondere war auch, dass die Klosterschule nicht nur für Adlige offen war. Diesem breiten «Reichtum» an Personen aus der Klosterschule begegnet man sowohl auf der Insel als auch in der Geschichte auf Schritt und Tritt. Es war berühmt für seine Schreibkunde und so findet man auch heute noch auf der ganzen Welt Bücher, die auf der Reichenau entstanden sind. Auch baulich hat das Kloster Akzente gesetzt vom kleinsten Detail bis zum grossen Bauwerk. So ist der Dachstuhl im Münster der einzige normannische in Deutschland und das Eichenholz aus dem 13.Jahrhundert nach wie vor in gutem Zustand. Wenn man den Dachstuhl betrachtet, erkennt man unschwer die Form eines kielobenliegenden Schiffsrumpfs und daher auch die Bezeichnung normannisch. Im Chor dann erfreuten wir uns, und ganz bestimmt auch die anderen Besucher, mit dem Singen in dieser wunderbaren einzigartigen Atmosphäre. Ein wahrer Genuss, den alle genossen. In der Schatzkammer stach natürlich, nebst all den reich mit Gold und Silber verzierten Reliquienschreinen, «unser Steckborer-Ofen» heraus. Als kleine Anekdote erfuhren wir, dass nicht nur der Ofen aus Steckborn, sondern im 8./9. Jahrhundert auch «Steckborer» Weinbauern auf die Insel geholt wurden.

Vom Münster zu Georg, aber nicht dem heiligen

Dann ging's weiter dem Gnadensee entlang zu Georgs Fischerhütte, wo ein lauschiges Plätzchen zum Mittagessen lud. Eine gut bestückte und mit Tücken zu lesende Speisekarte forderte uns heraus. Jeder genoss, wonach sein «Gluscht» gerade stand. Überrascht durften wir dann beim Bezahlen feststellen, dass Karin das Füssige sponserte, weil sie am Freitag einen speziellen Geburtstag feiern durfte. Herzlichen Dank auch an dieser Stelle. Frisch gestärkt ging's dann dem Uferweg entlang weiter in Richtung «Peter und Paul». Jedoch gab's keinen Kirchenbesuch, da uns der Zugang logischerweise nicht möglich war, weil ein Hochzeitsfest stattfand. So musste Peter umplanen und der Chor sammelte sich am Ufer im Schatten einer mächtigen Weide. Hier lasen uns Peter und Maya abwechselnd einige Kapitel vor aus dem Buch «Einerseits der Liebe wegen ... », einer Reichenau Novelle von Ingeburg Peters. Darin wurde uns die Insel mit ihren unterschiedlichen «Zellern» aus einer anderen Perspektive nah gebracht. Der Ort war gut gewählt dazu, denn das Wellenrauschen am Seeufer passte wunderbar. Dem Uferweg folgend ging's dann zur Schifflande, wo Kaffee und Kuchen auf uns warteten. Ebenso wie die Fahrt mit der «MS Napoleon» und der Munster Führung wurde auch Kaffee und Kuchen aus der Vereinskasse offeriert.

Napoleon, wo bist du?

Dann ging's zum Schluss hoch hinaus. Wobei das auf der Rei­chenau heisst: Hochwacht. Von hier oben genossen wir den «Weitblick» rund um die ganze Insel. Hier gab's dann auch das Geburtstagsständchen für Karin. Von nun an ging's bergab wie­der Richtung Nordhafen, wo uns das Schiff erwartete, respekti­ve erwarten sollte. Denn das Schiff wartete bei der Schifflande auf der anderen Inselseite. Zum Glück machte uns das Warten, bis das Schiff die Insel umrundet hatte, eine gemütliche Garten­beiz angenehmer. Zurück auf heimatlichem Boden sangen wir auf der «Steckborer» Stedi das Thurgauer Lied. Einen speziellen Dank geht an Peter für die gute Organisation, an Christel, die alle wieder zurückbrachte, an Karin für die Spende der Labsale beim Zmittag, an die Vereinskasse (also an uns alle) für die grosszügige Kosten Übernahme sowie an Petrus, der für uns En­gel die Sonne lachen liess.