Steckborner «löffeln» für Brunnen-Projekt

Bote vom Untersee vom

Rund 120 Besucher kamen zum ökumenischen Suppentag in Steckborn zugunsten des «sauberen Wasser-Projektes»

(hye) Rund 120 Besucher löffelten am Samstag am Steckborner ökumenischen Suppentag im voll besetzten evangelischen Kirchgemeindehaus für funktionierende Brunnen und möglichst sauberes Wasser in den Trockengebieten von West-Ghana.

Die ökumenischen Suppentage beider Steckborner Kirchgemeinden sind schon Tradition. Seit über 30 Jahren «löffeln» Steckborner und Besucher aus der näheren Umgebung an den beiden Suppentagen, jeweils im Frühling und Herbst, für den guten Zweck. Nunmehr seit fünf Jahren wird aus dem Erlös des «z’Mittag» ein Brunnen-Projekt in den trockenen Regionen West-Ghanas unterstützt. Durchgeführt, koordiniert und betreut, werde das Projekt von der Ernst-Peyer-Stiftung in ehrenamtlicher Arbeit.

Wasser: irgendwann kostbar wie Gold

Es gehe darum, dass die Menschen in den betroffenen west-ghanesischen Dörfern überhaupt ausreichend Wasser bekämen und zudem noch sauberes, sagt Sabine Gäumann, evangelische Pfarrerin in Steckborn. «Hahn auf – Hahn zu» sei in den Dörfern Ghanas keine Selbstverständlichkeit. Das kostbare Nass werde vom zentralen Brunnen in die Häuser und Hütten getragen. In der Regel sei dies die Arbeit der Frauen und Kinder. Aus diesem Grund würden meist die Frauen vor Ort als «Brunnen- Wärterinnen» in das örtliche Projekt einbezogen, um die Brunnen dauerhaft «am Leben zu erhalten».

Dorf-Bevölkerung hilft mit

Bisher seien die Brunnen in etwa 240 Dörfern West-Ghanas saniert, repariert und zum geringen Teil neu gebohrt worden, erklärt Vreni Strasser vom Organisationskomitee des Suppentags. Dabei handele es sich ausschliesslich um mit Handpumpen betriebene Brunnen. Wichtig sei, dass die Bevölkerung der Dörfer in die Sanierungsarbeiten einbezogen, und somit auch ein Stück Identität mit dem Brunnen-Projekt erzeugt werde. In jedem Ort würden einzelne Einwohner im Unterhalt und Pflege der Brunnen ausgebildet, so die Pfarrerin. Oftmals seien dies die Frauen, da Wasserholen zu ihren Aufgaben zähle. Sie nahezu täglich den Brunnen aufsuchen, und die Sorge um dessen Funktionieren ein ständiger Wegbegleiter ist. Von einem einzelnen Brunnen hingen teils bis zu 1000 Einwohner eines Dorfes und deren Vieh ab, betont Strasser.

Jeder Rappen fliesst in die Brunnen

Knapp 1500 Franken sei der Erlös eines Suppentages, sagt Strasser. Davon fliesse jeder einzelne Rappen in das Brunnenprojekt. Möglich sei dies, da die Zutaten für die Suppentag-Gerichte von den beiden Kirchengemeinde gestiftet würden. Die angebotenen Kuchen seien allesamt Spenden von Angehörigen beider Kirchgemeinden. Die rund 120 Besucher werfen ihren Obulus beim Gehen in einen Glasbehälter. Seit zwei Jahren gäbe es Richtpreise für die traditionelle Bündner Gerstensuppe, Penne und Kuchen. Doch werfe der eine etwas mehr, ein anderer vielleicht etwas weniger in den Spendentopf, meint Strasser. Erfreulich sei, dass die Peyer-Stiftung und deren Mitarbeiter ehrenamtlich tätig seien, und somit keine Spendengelder zur Kostendeckung versickerten.

Der «Speisesaal» im evangelischen Gemeindehaus war voll besetzt. Die Besucher sichtlich zufrieden mit der Gerstensuppe, die Antonia Razzino seit vielen Jahren für den Suppentag kocht. Rund 20 Liter seien es auch diesmal wieder gewesen. Zehn bis fünfzehn Helfer sorgten in zwei Schichten für einen reibungslosen Ablauf.

Termine

Sonntag, 08. Dezember 2019, 09:45 Uhr

Gottesdienst am 2. Advent in der Kirche

«Da kommt noch etwas!», Pfrn. Sabine Gäumann, Kirchenmusiker Martin Schweingruber, Kollekte: AIDS-Waisen in Tansania (Mission 21)
Montag, 09. Dezember 2019, 20:00 Uhr

Chorprobe im Kirchgemeindehaus

Dienstag, 10. Dezember 2019, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Mittwoch, 11. Dezember 2019, 09:30 Uhr

Seniorenkaffee im Kirchgemeindehaus