«Suppenzmittag» als Start in den Martinimarkt

Bote vom Untersee vom

Der vergangene Ökumenische «Suppenzmittag» in Steckborn unterstützt Brunnenprojekte in Ghana

(hch) Viele Freiwillige sorgen dafür, dass die vielen Gäste den ökumenischen «Suppenzmittag» im Evangelischen Kirchgemeindehaus Steckborn geniessen können. Das Kuchenbuffet ist eine Gaumenfreude und seit Jahren kocht Antonia Razzino, unterstützt von Helferinnen und Helfern, traditionell die vegetarische Thurgauer Kürbis-Apfel-Suppe sowie die beliebte sämige Gerstensuppe mit Borlotti-Bohnen, Gemüse und viel Speck. Ihr liege der Anlass einfach am Herzen, bestätigt die Köchin, darum trage sie gern dazu bei. Mit ihrer langjährigen Erfahrung weiss sie genau, was sie erwartet. Ganz anders die beiden Drittsekler, Levin Jenny und Severin Mettler, die sich im Konfirmationsunterricht für einen Einsatz in diesem sozialen Projekt freiwillig melden konnten.

Der «Suppenzmittag» sei mal etwas anderes, hätten sie sich überlegt. Aber es sei gar nicht so einfach, ist Levin Jenny anfangs etwas nervös. Mit Menschen aus einer anderen Generation ins Gespräch zu kommen, das sei schon sehr ungewohnt, bestätigt Severin Mettler. Aber das Unbehagen gibt sich schnell, die beiden werden locker, wenden sich ohne Scheu an die Gäste, servieren gewandt volle Suppenteller oder schenken Wasser und Most ein. Das sehr gut gefüllte Evangelische Kirchgemeindehaus Steckborn beweist es, der «Suppenzmittag» ist immer auch ein Ort der Begegnung. Darum mache es Sinn, so Andreas Gäumann, diesen Anlass zum Start des jährlichen Martinimarkts anzubieten. Am zweiten Wochenende im November kommen viele Heimweh-Steckborner auf einen Besuch, treffen Bekannte, die sie während des Jahres aus den Augen verloren haben, lernen in der alten Heimat neue Menschen kennen. Hiergebliebene geniessen das Essen, plaudern mit Freunden und Bekannten. Wie Annemy Schweizer Binder und ihr Mann Pascal. Sie leben eigentlich im Kanton Zürich, sind aber seit mehr als 30 Jahren oft in ihrem Ferienhaus am See und setzen sich für Steckborn ein. Annemy spielt im Kammerorchester die Geige, Pascal Schweizer das Cello und amtet seit drei Jahren als Präsident.

«Glück heisst, auch andere glücklich zu machen»

Annemy Schweizer hat zudem eine persönliche Verbindung zum «Suppenzmittag», denn auch in diesem Herbst fliessen alle Einnahmen des ökumenischen Anlasses in ghanaische Brunnenprojekte der Ernst Peyer Stiftung. Ernst Peyer sei ihr Onkel. Der 1906 Geborene habe sich von 1959 bis 1971 als reformierter Pfarrer für die Basler Mission zuerst in Kamerun und dann in Ghana für die Bildung und Gesundheitsförderung der einheimischen Bevölkerung eingesetzt, erzählt sie. Er sei ein lieber, freundlicher Mensch gewesen, aber wenn er etwas wirklich wollte, habe er sich sehr dezidiert dafür eingesetzt, erinnert sie sich. Sein Motto «Glück heisst, auch andere glücklich zu machen» habe sein Leben geprägt. Um an ihn und sein Wirken zu erinnern, wurde die Ernst Peyer Stiftung gegründet. Die Stiftung leiste nicht einfach Entwicklungshilfe, sondern arbeite mit den betroffenen Dorfgemeinschaften zusammen, ermögliche den Menschen vor Ort, sich selbst zu helfen. Das Projekt bilde zudem pro Dorf zwei Brunnenmeister aus, die für die kompetente Pflege der Brunnen und Pumpen verantwortlich seien. Entsprechend ihrer finanziellen Möglichkeiten bezahlen die Dorfbewohner für ihr Wasser. Das saubere Trinkwasser werde so zu einem geschätzten Gut, zu dem alle Sorge tragen, ist Annemy Schweizer Binder überzeugt.

Termine

Sonntag, 16. August 2020, 09:45 Uhr

Gottesdienst in der Kirche

„Wir brauchen Erinnerungsstücke“ (Jos 4, 1-9). Pfr. Andreas Gäumann, Kirchenmusiker Martin Schweingruber, Kollekte: Hospizdienst Thurgau
Montag, 17. August 2020, 20:00 Uhr

Chorprobe in der Kirche

Dienstag, 18. August 2020, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Dienstag, 18. August 2020, 12:00 Uhr

Mittagessen für Senioren im Kirchgemeindehaus

Voranmeldung bei Marianna Rietiker, 079 533 22 58