Taufe unter dem Zirkuszelt

Thurgauer Zeitung vom

Steckborn - Zum sonntäglichen Gottesdienst lauteten für einmal nicht die Kirchenglocken, denn er ging in der Manege des Zirkus Stey über die Bühne. Feierlicher Höhepunkt war nebst Akrobaten und Clowns eine Kindertaufe.

Für einmal musste man keinen Eintritt zahlen, um ins Zirkuszelt zu gelangen. Clown Lubino begrüsste die Kirchenbesucher des ökumenischen Gottesdienstes der beiden Kirchgemeinden in Steckborn am Sonntagvormittag unterm Zirkusdach auf dem Feldbachparkplatz fröhlich und ausgelassen. Das alte Zirkuslied «Hereinspaziert, hereinspaziert, in unser Zirkus-Zirkuszelt» fiel einem dabei unweigerlich ein. Anstelle würdevoller Orgelmusik spielte das Ukrainische Zirkusorchester mit rhythmischen Klängen aufs Erste auf. Dann hiess es: «Licht aus, Spot an!» Natalie Rhae, die Körperakrobatin, zeigte in eindrucksvoller Weise, wie beweglich ein menschlicher Körper sein kann.

Ein mobiler Altar für die Manege

Auf dem Programm stand nicht nur ein gemeinsamer Gottesdienst, sondern auch die Taufe der kleinen Leonie. Drei Viertel der Zuschauerplatze waren besetzt, als kurzerhand flink der mobile Altar- mit allem, was ein Altar braucht- in die Manege getragen wurde. Daniela Scherrer von der katholischen Kirche St. Jakobus begrüsste alle im Namen der Familie Stey und den beiden Kirchgemeinden herzlich. Sie sprach in Anlehnung an die Körperakrobatik von Rhae über mentale Beweglichkeit, aber auch von deren Begrenztheit. « Beweglichkeit braucht Mut und Kraft», meinte Scherrer. Nach dem Lied «Grosser Gott, wir loben dich», das von Martin Schweingruber an der Orgel begleitet wurde, trat Pfarrer Andreas Gäumann von der evangelischen Kirchgemeinde in die Manege, um Leonie zu taufen. Schnell, aber würdevoll war die Taufe vollzogen. Nun hatte Clown Pepitin seinen Auftritt. Er erntete grosse Sympathien mit seiner Nummer. Nach der närrischen Einlage sprach Gäumann in einer Ansprache an die Gemeinde davon, was einen Clown ausmache und verglich die Weisheit eines Clowns mit derjenigen von Jesus. Gäumann zitierte eindrucksvoll den Apostel Paulus: «Wir sind Narren um Christi willen» (1. Korinther 4, 10). Es folgte das gemeinsame Vaterunser, und nach der Kollekte, die durch die Philipp-Neri-Stiftung Artisten in Not zukommt, sprach Gäumann den Segen aus. Nicht Kirchenmusik, sondern ein Tusch beendete -ganz nach Zirkusart - den Gottesdienst.

Termine

Sonntag, 16. August 2020, 09:45 Uhr

Gottesdienst in der Kirche

„Wir brauchen Erinnerungsstücke“ (Jos 4, 1-9). Pfr. Andreas Gäumann, Kirchenmusiker Martin Schweingruber, Kollekte: Hospizdienst Thurgau
Montag, 17. August 2020, 20:00 Uhr

Chorprobe in der Kirche

Dienstag, 18. August 2020, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Dienstag, 18. August 2020, 12:00 Uhr

Mittagessen für Senioren im Kirchgemeindehaus

Voranmeldung bei Marianna Rietiker, 079 533 22 58