Wie Gedanken zu gutem Leben führen können

Bote vom Untersee vom

Grossaufmarsch am Dienstagmorgen am ökumenischen Frauenfruhstück in Steckborn

(kü) Eine wohltuende Auftankzeit für Frauen bot das ökumenische Frauenfrühstück im evangelischen Kirchgemeindehaus Steckborn am Dienstagmorgen. Tm Zentrum stand der Vortrag von Ruth Spadin-Gygax, Seelsorgerin und Mitinhaberin einer christlichen Lebens- und Eheberatungsstelle in Thayngen.

Die Zugpferde des ökumenischen Frauenfrühstücks Steckborn dürfen besonders stolz sein. Silvia Bauer von der katholischen Kirchgemeinde und Monika Weiss von der evangelischen Kirchgemeinde haben zusammen mit ihrem Team einmal mehr einen auf wertvolle Ernährung abgestimmten Zmorge vorbereitet, wo auch Trauben und Nüsse nicht fehlten. Kein Stuhl blieb frei im Kirchgemeindehaus. Heiteres Geplauder und Gedankenaustausch dominierten während des Zmorgens.

 

«Die Macht der Gedanken»

Offen für Neues, ist ein wichtiger Punkt des Steckborner Frauenfrühstucks. Deshalb laden die Verantwortlichen jeweils einen Gast ein, der Frische und neue Gedanken in den Alltag bringt. Unter dem Titel «Die Macht der Gedanken» sprach Referentin Ruth Spadin-Gygax und sie liess einen reflektierenden «Stop-Over» für die vielen Schichten in unseren Gedanken los, die für ein Umdenken die richtigen Kicks in den Vordergrund stellen. An Beispielen zeigte Spadin auf, wie Gedanken ein Eigenleben lostreten, wie gute Gedanken gute Früchte tragen und schlechte Gedanken sich negativ auswirken. Sie legte den Finger auf Gedankenmuster und ermunterte diesen nachzuspüren, in welchen Zusammenhangen sie entstehen. Neben der angeborenen Veranlagung spiele auch die Erziehung eine Rolle. Unvermeidlich sind Einflüsse der Familie, ob man in einer Familie mit negativer Prägung aufwachse oder in einer Familie, wo viel gelacht werde. Auch komme nicht jeder als Frohnatur zur Welt und so scheine einem solchen die Last grosser als einem heiteren Wesen. Auch ob man in der Stadt oder auf dem Land aufwachse, habe tiefgreifenden Einfluss auf unser Leben. Mit dem Satz: «Nicht die Tatsachen bestimmen unser Leben, sondern wie wir diese deuten», ermunterte Spadin, sich gedanklich neu zu formieren. Als Beispiel aus der Wirtschaft brachte sie den Markt für Schuhe: Der eine Marktforscher sagt zum Thema Afrika: Das ist ein schlechter Markt für Schuhe, weil alle barfuss laufen. Der andere Marktforscher ist überzeugt: Afrika ist ein guter Markt für Schuhe, weil alle es bisher barfuss laufen. Um persönliche Geschicke in eine positive Richtung zu beeinflussen, positionierte Spadin die ABC-Regel: A: auslosendes Ereignis; B: Bewertung, C: Gefühle, emotionale Reaktionen. «Gedanken und Gefühle laufen immer parallel», erklärte sie und forderte die Zmorge-Frauen zum Experiment mit geschlossenen Augen auf: Negative Gedanken brachten Muskelverspannungen, störten die Durchblutung und so weiter. Positive Gedanken entspannten. « Wer dauernd über Sorgen brütet, brütet weitere Sorgen aus», so die Referentin. Als negative Schlüsselworte listete sie die Wörter «immer», «nie» auf, Vergleiche mit anderen oder auch Flucht in Scheinwelten. Auch wiegle man gerne eine Situation auf, um die eigenen Frustrationen abzureagieren. Das Publikum lernte schnell und liess sich mit spontanen Aha-Bemerkungen einspannen. «Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden zur Gewohnheit. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zum Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn er wird zu deinem Schicksal». Und: «Gehört ist noch nicht verstanden. Verstanden ist noch nicht einverstanden. Einverstanden ist noch nicht angewandt. Einmal angewendet ist noch nicht gewohnt. Erst die Gewöhnung schafft anhaltende Veränderung», waren Sätze, die sie mitgab. Die Geschichten anderer helfen, die eigene in eine andere Perspektive zu setzen wurde aufgezeigt. Mehr Empathie für das Schicksal anderer aufzubringen, Ängste bewältigen, nach oben blicken, statt sich mit Abgründen zu beschäftigen, zu Humor statt Verbissenheit, dazu ermunterte sie. «Positives Denken und Dankbarkeit sind Willensentscheide». betonte Spadin. Unangenehme Gefühle hätten aber auch einen Grund, seien Warnzeichen und sie hätten auch ihre Rechte, meldete sich Pfarrerin Sabine Gäumann zu Wort. «Ich habe das Gute in Menschen erlebt», tuschelte eine Besucherin. Der Frauenfrühstück-Morgen wurde als positives Geschenk empfunden und mit grossem Applaus verdankt.

 

Ehrung fur Monika Weiss

Damit war aber noch nicht Schluss: Silvia Bauer, Vertreterin der katholischen Kirchgemeinde, verabschiedete Monika Weiss, die in den letzten vier Jahren mit grossem Einsatz und Herzblut zum Führungsteam des ökumenischen Frauenfrühstück als Vertreterin der evangelischen Kirchgemeinde die Events mitorganisierte und mitgestaltete. Auch Pfarrerin Sabine Gäumann würdigte den grossen Einsatz von Monika Weiss für die evangelische Kirchgemeinde. Ihr Engagement wurde als sehr bereichernd gelobt und auch die humorvolle Art von Monika Weiss hervorgehoben.

 

Neu: Martha Kuster und Ulrike Wolf

Als neue Zugpferde stellen sich Martha Kuster und Ulrike Wolf zur Verfügung und Übernehmen zusammen mit Silvia Bauer und weiteren Helferinnen die Aufgaben für einen Kreis von Menschen, die am ökumenischen Frauenfrühstücksmorgen so viel Positives erfahren. Für alle gab es herzlichen Applaus.

Termine

Sonntag, 16. August 2020, 09:45 Uhr

Gottesdienst in der Kirche

„Wir brauchen Erinnerungsstücke“ (Jos 4, 1-9). Pfr. Andreas Gäumann, Kirchenmusiker Martin Schweingruber, Kollekte: Hospizdienst Thurgau
Montag, 17. August 2020, 20:00 Uhr

Chorprobe in der Kirche

Dienstag, 18. August 2020, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Dienstag, 18. August 2020, 12:00 Uhr

Mittagessen für Senioren im Kirchgemeindehaus

Voranmeldung bei Marianna Rietiker, 079 533 22 58