Die grossen Feste im Christentum

Bote vom Untersee vom

Margrit Früh führte an der VHS Steckborn mit Zeugnissen mittelalterlicher Kunst durch das Kirchenjahr

(jo) Mit schönen Beispielen mittelalterlicher Kunst nahm Margrit Früh, Frauenfeld, die Zuhörer an der Volkshochschule (VHS) Steckborn mit auf einen spannenden Weg durch das Kirchenjahr. Und sie vermutete wohl nicht zu Unrecht, dass es vielen gar nicht mehr so bewusst sei, dass das Kirchenjahr mit dem Advent beginnt und nicht mit dem ersten Januar. Wie es in diesem Kirchenjahr zugeht, welche Bedeutungen die Feiertage haben, war Thema ihres anschaulichen Vortrags.

 

Advent

Der Advent heute ist eher mit dem Beginn der vorweihnachtlichen Geschenkeschlacht verbunden - die rappelvollen Weihnachtsmärkte sprechen für sich. Aber eher weniger mit der christlichen Bedeutung der «Ankunft». Mit «Advent» verbindet sich «Erwartung». Dieser Zeit wird vom ersten bis vierten Advent gedacht und sie findet mit dem 25. Dezember, dem Tag der Geburt Jesu ihren Abschluss. Advent, erklärte Margrit Früh, bedeute aber auch die Verkündigung der Geburt durch die Engel an Maria. Sie zeigte das an dem eindrucksvollen Bild «Oberrheinischer Meister um 1420. Maria sitzt lesend in einem kleinen Raum. Der Engel kniet vor ihr und verkündet ihr die Geburt Jesu. Der Heilige Geist ist in Form einer Taube dargestellt, die sich aus der linken oberen Ecke Maria nähert. Auf einem anderen Bild werden Maria und Elisabeth dargestellt, auch diese ist schwanger und wird Johannes, den Taufer zur Welt bringen.

 

Weihnachten

Die wirkliche Bedeutung, sagte Margrit Früh, habe seine ei­gentliche Bedeutung, die Geburt Jesu, verloren. Heute ginge es fast nur noch um Geschenke. Sie machte darauf aufmerksam, dass der 25. Dezember, der Weihnachtstag, ein willkürlich fest­gelegtes Datum sei. Wie wir auch nichts Genaues von der Ge­burt oder dem Jahr wüssten. Der 25. Dezember könne aber mit dem 21. Dezember, der Sonnenwende, verbunden sein. So wie das Licht auf die Welt zurückkomme, so sei Jesu das neue Licht der Welt. Die Geburt Jesu, sagte Margrit Früh, sei «unzählige Male» dargestellt worden. Sie zeigte eins, das nun ganz anders als die üblichen Darstellungen ist. Maria freut sich andächtig über die Geburt ihres Kindes. Josef sitzt rechts von ihr getrennt und -wäscht Wäsche. In: «Christi Geburt, Oberrhein um 1420.» Er sei, sagte Margrit Früh, zwar nicht der leibliche Vater, habe aber doch die Aufgabe angenommen, sich um Maria und das Kind zu kümmern. Mit den Heiligen drei Königen schliessen Advent und Weihnachten ab.

 

Passionszeit und Palmsonntag

Die Passionszeit beginnt am Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag. Am Palmsonntag wird dem Einzug Jesu in Jerusalem gedacht. Die Menschen, erklärte Margrit Früh, hatten sich davon viele Hoffnungen gemacht, denn sie erwarteten ihren König. Aber diese Hoffnungen hätten sich ja nicht erfüllt. Gründonnerstag - die Bedeutung dieses Tages sei, nicht mehr genau zu deuten. Die Bezeichnung «Grün» könne von «Greinen», also «Weinen» stammen. Aber an diesem Tag würde die Kirche des letzten gemeinsamen Abendmahls einem Band vor seiner Kreuzigung gedenken. In dem Gemälde van Lukas Cranach d. J., entstanden um 1539, sitzt Jesus mit seinen Jüngern in einem Kreis. Neben ihm der «Verräter» Judas in einem gelben Gewand, das eben darauf hindeutet. Der Karfreitag ist nun ein sehr hoher Feiertag. Es wurde streng gefastet. Das Bild «Altar aus dem Kloster Feldbach, 1450» zeigt eindrucksvoll, wie Jesus sein Kreuz trägt und dann sterbend am Kreuz. Auf dem rechten Seitenflügel wird die Auferstehung dargestellt.

 

Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten

Ostern ist natürlich Höhepunkt des Kirchenjahres und der wichtigste Feiertag mit vielen Darstellungen. Zum Beispiel das bekannte Bild van Matthias Grünewald, der «Isenheimer Altar, 1515». Ostern gehört zu den beweglichen Festtagen und ist der erste Samstag nach dem Frühlingsvollmond, fällt aber immer auf einen Sonntag. Symbolisch wird mit dem Osterfest der Aufgang des Lichts gefeiert. Die Herkunft des Namen Ostern und dessen Bedeutung, sagte Margrit Früh, sei nicht wirklich klar. Aber sie bezweifelte, dass sich der Name von der angelsächsischen Göttin «Ostera» herleiten würde, wie es immer mal wieder gesagt werde. Mit Auffahrt und Pfingsten wird das Kirchenjahr abgeschlossen. Pfingsten: «der Geist Gottes erfüllt den Erdkreis.»

 

 

Termine

Freitag, 07. August 2020, 09:30 Uhr

Andacht im Altersheim

Pfrn. Sabine Gäumann
Sonntag, 09. August 2020, 09:45 Uhr

Gottesdienst in der Kirche

Pfrn. Sabine Gäumann, Kollekte: Hospizdienst Thurgau
Montag, 10. August 2020, 20:00 Uhr

Chorprobe im Kirchgemeindehaus

Dienstag, 11. August 2020, 09:30 Uhr

Vorlesen im Altersheim