Strahlend wie das Sommerwetter warten 30 Seniorinnen und Senioren am vergangenen Dienstag am Schiffssteg in Steckborn. Für die kurze Überfahrt nach Gaienhofen lohnt es sich nicht, auf dem gut besetzen Schiff einen Sitzplatz zu suchen. Aus dem sonnigen Gaienhofen wandern wir bergan, geniessen bald das schattige Töbeli mit glucksendem Bächlein. Eine hohle Gasse. Weiter oben führt der Wanderweg durch offenes Land, Äcker, Wiesen, Obstanlagen. Viele Bäume haben nur einen spärlichen Fruchtbehang, wohl wegen dem späten Frost. So wechselt der Weg immer wieder mit schattigen Wäldchen und sonnigen Abschnitten. Die Waldluft ist so würzig und rein, - bis uns einige Autos kreuzen. Nun stinkts. Dort, ein wunderbar gelegener Bauernhof oder Weiler, Honisheim. Etwas weiter heisst es Mistbühl, doch ist kein einziges Rindvieh und kein Miststock zu sehen. Die vielen reifenden Getreide- und Maisäcker zeigen, dass hier wohl kaum Milchwirtschaft betrieben wird, das war vielleicht früher der Fall. Unter einer prächtigen Linde gibt`s eine ausgiebige Rast. Die dann leergetrunkenen Flachen liegen nicht mehr schwer im Rucksack.
Direkter Blick über den See
Beim Weiterwandern haben wir nun den direkten Blick über den See. Dabei fällt auf, wie viele Wälder es am Seerücken gibt. Bei einer mächtigen, uralten Fichte machen wir nochmals kurz Halt. Bald sieht man den Kirchturm von Wangen. Durch ein schattiges Täli geht`s bergab. Auf beiden Strassenseiten Sandsteinfelsen mit Höhlen, auch ein wohl nicht mehr benutzter Felsenkesser. Durchs Dorf hinunter zum See. Da steht doch mitten im Ort wirklich noch eine Telefonkabine. In der Gartenwirtshaft kann man nochmals Durst löschen und Küchen und Eis schlemmen. Claire erhält eine besondere Abkühlung, sie wird getauft, leider nicht mit heiligem Wasser, dafür mit geistigem Gebräu und süssem Sprudel. Die Segnung wird in den Arm eingeritzt. Bevor das Schiff kommt, schauen wir noch in die nachgebaute Pfahlhütte. Auf der Munot überqueren wir wieder den See und kommen zufrieden und glücklich nach Hause, fast wie im Märchen. Bänz und Sepp danken wir herzlich für die Wanderkleidung und Vorbereitung. Ebenso ein Dank an die Steckborner Kirchgemeinden. Schön war`s.