Wir haben es geschafft!

Drei Tage als ‹Mönche› zu leben

«Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters, neige das Ohr deines Herzens, nimm den Zuspruch des gütigen Vaters willig an und erfülle ihn durch die Tat!» (RB, Prolog 1)

Mit diesen Worten eröffnet der Hl. Benedikt von Nursia seine Mönchsregel, die Regula Benedicti (RB). Wir haben versucht, drei Tage und drei Nächte danach zu leben. Denn das Konfirmationslager fand vom 4. bis zum 7. April im Benediktinerkloster Mariastein statt. Die Klosteranlage liegt praktisch an der französischen Grenze im Kanton Solothurn, in der Nähe von Basel, und sie ist neben Einsiedeln einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Schweiz. Bereits die Anfahrt von Steckborn, die fast vier Stunden in Anspruch nimmt, erinnert an eine kleine ‹Pilgerfahrt›. Das Kloster ist von Basel aus mit dem Tram und dem Postauto gut erreichbar, es liegt allerdings etwas abseits der touristischen Hauptrouten, sodass man es fast für einen Geheimtipp halten könnte. Allerdings waren wir nicht als Touristen unterwegs, sondern wir sind nach Mariastein gekommen, um dort als Gäste der Benediktiner ein wenig Zeit zu verbringen und einen Einblick in das Klosterleben zu gewinnen.

Das Leben in einem benediktinischen Kloster wird unter dem Motto «ora et labora (bete und arbeite)» von einem Wechsel zwischen Gebet und Arbeit geprägt und wir haben das Experiment gewagt und sich diesem besonderen Rhythmus angeschlossen. Der Tag hat für uns also bereits um 6.30 Uhr mit dem Morgengebet (Laudes) begonnen, das ca. eine halbe Stunde dauert. Danach gab es um 8 Uhr Frühstück und anschliessend haben wir uns unserer ‹Arbeit› gewidmet – der Vorbereitung der Konfirmation, einer Einführung in das Stundengebet, der Meditation oder den Lebensregeln im frühen Christentum und in anderen Religionen. Um 12 Uhr gab es dann das ca. fünfzehnminütige Mittagsgebet (Sext, d.h. zur sechsten Stunde) und anschliessend das Mittagessen im «Gastrefektorium (Speisesaal für Gäste)». Nach dem Mittagessen gab es eine kurze Pause und danach haben wir wieder gearbeitet oder eine kleine Wanderung zu der Burgruine «Landskron» im Oberelsass gemacht. Wie bei uns in Steckborn läuten auch in Mariastein die Glocken um 18.00 Uhr den Abend ein. In Mariastein beginnt der Abend allerdings mit einem ca. halbstündigen Abendgebet (Vesper) und erst danach gibt es etwas zum Essen. Nach dem Abendessen haben wir uns dann unserem Programm gewidmet – uns ausgetauscht oder uns in einem der schönen Säle einen Film angeschaut. Wir sind also etwas länger aufgeblieben als die Mönche, denn diese schliessen den Tag mit dem Nachtgebet (Komplet) schon um 20 Uhr ab. Um 22 Uhr war dann aber auch bei uns Schluss und wir haben eine kleine Komplet in einer der Klosterkapellen privat gebetet – mit dem benediktinischen «Jugendbrevier (Jugendgebetbuch)».

Dieser Klosteralltag mag auf den ersten Blick streng aussehen, nach einer gewissen Zeit stellt man aber fest, dass dieser besondere Rhythmus vom Beten und Arbeiten einen auch trägt und zur inneren Ruhe führt. Wir haben also eine durchaus positive Erfahrung mit unserem Klosterleben gemacht. Ausserdem gab es auch einiges zu sehen: die prachtvolle Basilika, die Gnadenkapelle – das Herzstück des Ortes, zu dem Menschen aus der ganzen Welt pilgern, und im Rahmen einer Klosterführung auch der für Gäste normalerweise nicht zugängliche Bereich, wo die Mönche leben. Es war also zweifelsohne eine gute Vorbereitung für den ‹Endspurt› bis zur Konfirmation und nun heisst es vor allem: «Wenn du etwas Gutes beginnst, bestürme ihn beharrlich im Gebet, er möge es vollenden» (RB, Prolog 4).

Termine

Dienstag, 17. Mai 2022, 10:00 Uhr

Vorlesen im Altersheim

Anja Haupt
Dienstag, 17. Mai 2022, 12:00 Uhr

Mittagessen für Senioren im Kirchgemeindehaus

Anmeldungen an Marianna Rietiker 079 533 22 58
Donnerstag, 19. Mai 2022, 12:00 Uhr

Familien Zmittag im Kirchgemeindehaus

Anmeldungen bis Dienstagabend per Whatsapp oder e-mail an Marlen Wanner, r.m.wanner@bluewin.ch 079 360 42 36; ...
Donnerstag, 19. Mai 2022, 14:00 Uhr

Ukraine-Treff

Im Anschluss an den Familienzmittag Begegnungsnachmittag für Flüchtlinge aus der Ukraine im alten Schuelhüsli. ...
Freitag, 20. Mai 2022, 09:30 Uhr

Andacht im Altersheim

Pfrn. Bettina Kindschi, Organistin Helena Roderer